GEBÄRMUTTERKREBS: 5 REVOLUTIONÄRE FAKTEN

Moderne Behandlungsmethoden, die jede Frau kennen sollte – von Früherkennung bis Nachsorge.

Was ist Gebärmutterkrebs?

Das Endometriumkarzinom, auch Gebärmutterkörperkrebs genannt, ist der häufigste gynäkologische Tumor bei Frauen – und seine Häufigkeit nimmt zu. Doch die moderne Medizin entwickelt sich rasant weiter. Ansätze, die vor wenigen Jahren noch undenkbar waren, sind heute Standard und verändern die Behandlung von Grund auf.

1. Der Pap-Abstrich reicht nicht aus: Ein gefährliches Missverständnis

Viele Frauen glauben, dass der regelmäßige Pap-Abstrich beim Gynäkologen sie vor allen Krebsarten im Unterleib schützt. Dies ist ein weit verbreiteter und gefährlicher Irrglaube. Der Pap-Abstrich dient ausschließlich der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.

Prof. Dr. Jalid Sehouli von der Charité unterstreicht diese wichtige Unterscheidung, die oft zu Verunsicherung bei Patientinnen führt. Er betont, dass der Abstrich „...weder den Gebärmutterkörperschleimhautkrebs noch den Eierstockkrebs erkennen kann, weil das fragen mich immer wieder Frauen, ich war doch bei der Ärztin beim Arzt und der Abstrich war unauffällig..."

Das wichtigste Warnsignal für Gebärmutterkörperkrebs ist ein anderes: eine untypische Blutung nach der Menopause. Jede Blutung, sei sie auch noch so gering, die nach dem Einsetzen der Wechseljahre auftritt, sollte umgehend ärztlich abgeklärt werden. Sie ist der häufigste und wichtigste Anlass für eine weiterführende Untersuchung.





2. Stärker in die Operation: Das Prinzip der ‚Prähabilitation'

Die Diagnose Krebs löst oft den Impuls aus, dass der Tumor so schnell wie möglich entfernt werden muss. Doch die moderne Medizin zeigt: Eine Operation muss nicht immer sofort und unter allen Umständen stattfinden. Wenn eine Patientin durch Begleitumstände wie eine Lungenentzündung, ein Blutgerinnsel oder Mangelernährung geschwächt ist, kann ein sofortiger Eingriff riskant sein. Hier kommt ein innovatives Konzept ins Spiel: die „Prähabilitation".

Prähabilitation bedeutet, Patientinnen vor einem großen Eingriff gezielt zu stärken, um sie fitter für die Operation und die anschließende Genesung zu machen. Anstatt eine geschwächte Patientin zu operieren, nimmt man sich bewusst Zeit für Maßnahmen wie:

  • Körperliches Training und Physiotherapie
  • Gezielte Atemtherapien zur Stärkung der Lunge
  • Ernährungstherapie zur Verbesserung des Allgemeinzustands

Dieser Ansatz verlagert den Fokus von der reinen Behandlung hin zur aktiven Stärkung und dem Wohlbefinden der Patientin. Er gibt ihr in einer Zeit, in der sich vieles außer Kontrolle anfühlt, ein wichtiges Stück Selbstbestimmung zurück und verbessert die Chancen auf eine schnellere und komplikationsärmere Erholung.



3. Weniger ist mehr: Die intelligente Chirurgie des ‚Wächterlymphknotens'

In der Krebschirurgie galt lange das Prinzip, so viel wie möglich zu entfernen, um sicherzugehen. Bei Gebärmutterkörperkrebs bedeutete das oft die Entnahme vieler Lymphknoten im Beckenbereich. Dies führte jedoch häufig zu belastenden Nebenwirkungen wie dem Lymphödem, einem „dicken Bein", das die Lebensqualität stark einschränken kann.

Heute hat eine intelligentere, präzisere Methode Einzug gehalten: die Wächterlymphknoten-Technik (Sentinel Lymph Node). Anstatt großflächig Lymphknoten zu entfernen, wird gezielt nur der erste Lymphknoten identifiziert und entnommen, der von einem Tumor befallen wäre. Dieser „Wächter" gibt Auskunft darüber, ob der Krebs bereits gestreut hat.

Der Nutzen für die Patientin ist enorm. Das Ergebnis ist nicht nur eine medizinisch präzisere Diagnose, sondern ein fundamentaler Wandel für die Patientin: eine schnellere Erholung und ein Leben nach dem Krebs mit deutlich weniger körperlichen Einschränkungen.



4. Die Tarnkappe lüften: Wie Immuntherapien dem Krebs die Maske abnehmen

Eine der faszinierendsten Entwicklungen in der Onkologie ist die Immuntherapie. Interessanterweise ist gerade die Gebärmutterschleimhaut von Natur aus eine der immunologisch aktivsten Regionen im Körper. Moderne Therapien machen sich dieses Prinzip nun auf geniale Weise zunutze. Krebszellen haben nämlich eine perfide Fähigkeit: Sie können sich vor dem körpereigenen Immunsystem tarnen und ihm signalisieren: „Ich gehöre zu dir."

Moderne Immuntherapien, sogenannte Checkpoint-Inhibitoren, durchbrechen genau diese Tarnung. Sie funktionieren wie ein Schlüssel, der dem Immunsystem die Augen öffnet. Sie „demaskieren" die Krebszelle, sodass die körpereigene Abwehr sie plötzlich als fremd und gefährlich erkennt und gezielt bekämpfen kann.

Diese Therapien haben die Behandlungslandschaft des Gebärmutterkörperkrebses „massiv positiv verändert", insbesondere bei fortgeschrittenen oder wiederkehrenden Tumoren. Es ist ein Paradigmenwechsel: Anstatt den Krebs nur von außen zu bekämpfen, lernt die Medizin, den stärksten Verbündeten zu aktivieren, den wir bereits in uns tragen – unser eigenes Immunsystem.

5. Nachsorge ist Fürsorge: Was nach der Behandlung wirklich zählt

Früher bedeutete Nachsorge vor allem die Kontrolle, ob der Tumor zurückkehrt. Heute wird dieses Konzept viel weiter gefasst: Nachsorge muss auch „Fürsorge" sein. Denn auch nach einer erfolgreichen Heilung bleiben oft Herausforderungen bestehen, die das Leben der Betroffenen prägen.

Eine moderne, umfassende Nachsorge kümmert sich um:

  • Langzeitfolgen der Therapie: Umgang mit Taubheitsgefühlen in Fingern und Füßen (Polyneuropathie) oder einem veränderten Geschmacks- und Geruchssinn.
  • Psychische Gesundheit: Die ständige Angst vor einem Rückfall ist ein realer und belastender Begleiter für viele Überlebende.
  • Sexualität und Selbstbild: Die Erkrankung und ihre Behandlung können das Körpergefühl und die Partnerschaft nachhaltig verändern.

Es geht darum, nicht nur die Länge des Lebens, sondern auch dessen Qualität in den Mittelpunkt zu rücken. Wie Prof. Dr. Jalid Sehouli es formuliert:

„...dass man Lebenslänge auch immer mit Lebensqualität verbinden muss und sie auch versuchen sollten, das zu erreichen, was sie wollen."

Gleichzeitig ist es entscheidend, trotz der überstandenen Krebserkrankung andere wichtige Vorsorgeuntersuchungen, wie zum Beispiel die Darmkrebsvorsorge, nicht zu vernachlässigen.

Abschluss: Ein Gedanke für den Weg

Die Reise durch eine Krebsdiagnose ist fordernd, doch diese fünf Entwicklungen zeigen, dass Sie nicht nur passive Empfängerin einer Behandlung sind. Sie sind eine aktive Partnerin auf einem Weg, der immer präziser, individueller und menschlicher wird. Von der gezielten Chirurgie über die Aktivierung des Immunsystems bis hin zu einem ganzheitlichen Blick auf das Leben nach dem Krebs – die moderne Medizin eröffnet neue Wege der Hoffnung und Heilung.

Was bedeutet es für Sie, nach einer Krebserkrankung nicht nur zu überleben, sondern ein wirklich gutes, erfülltes Leben zu führen?

Behandlungsmöglichkeiten bei Gebärmutterkrebs

Die Therapie von Gebärmutterkrebs basiert auf mehreren Säulen: Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie und Immuntherapie. Im Kompetenzzentrum der Charité bieten wir ein umfassendes Spektrum an modernen Behandlungen, individuell abgestimmt auf das Stadium und die Bedürfnisse der Patientin.



Moderne Behandlungsansätze

Ziel der Operation ist die vollständige Tumorentfernung, wobei oft die Gebärmutter, Eileiter und in manchen Fällen die Eierstöcke entfernt werden. Die innovative Wächterlymphknoten-Technik minimiert dabei Nebenwirkungen erheblich. Meist folgt nach der OP eine individuell angepasste Therapie – je nach Stadium kann dies eine Chemotherapie, Strahlentherapie oder eine Kombination sein.

Zu den innovativen Ansätzen gehören Checkpoint-Inhibitoren (Immuntherapie), die das körpereigene Immunsystem gegen Krebszellen aktivieren – besonders effektiv bei fortgeschrittenen Tumoren. Als Forschungszentrum bieten wir außerdem Zugang zu klinischen Studien mit neuen Therapieansätzen.



Warum ein spezialisiertes Zentrum?

Gebärmutterkrebs ist komplex – die Qualität der Behandlung beeinflusst direkt die Überlebenschancen. Unsere Ärzt*innen führen regelmäßig komplexe Operationen durch und sind auf dem neuesten Stand der Forschung. Unser interdisziplinäres Team vereint Gynäkologie, Onkologie, Strahlentherapie und Psychoonkologie, um eine Rundum-Betreuung zu gewährleisten.



Leistungen

Wir bieten Ihnen das gesamte Therapiespektrum in der Gynäkologie an.

Operation

Präzise chirurgische Eingriffe zur bestmöglichen Entfernung des Tumors und Erhaltung gesunden Gewebes.

Chemotherapie

Medikamentöse Behandlung zur gezielten Bekämpfung von Krebszellen und Verhinderung ihres Wachstums.

Zweitmeinung

Expertenbewertung Ihrer Diagnose und Therapieoptionen für eine fundierte, sichere Behandlungsentscheidung.

Tumorkonferenz

Interdisziplinäre Fachärzt:innen beraten gemeinsam über die optimale Therapie für jede Patientin.

Erhaltungstherapie

Langfristige Behandlung zur Verhinderung eines Rückfalls und Stabilisierung des Therapieerfolgs.

Nachsorge

Regelmäßige Kontrollen zur frühzeitigen Erkennung eines Rückfalls und Sicherung des Behandlungserfolgs.

Unterstützende Angebote

Individuelle Beratungen und Therapieangebote zur Linderung von Beschwerden und Stärkung der Lebensqualität.

Terminvereinbarung

Jeder kann einen Termin anfragen – alles, was Sie tun müssen, ist, uns zu kontaktieren. Wir unterstützen Sie bei jedem Schritt.

Abteilungen

Die Charité - Universitätsmedizin Berlin ist ein renommiertes akademisches medizinisches Zentrum mit zahlreichen Abteilungen, Instituten und Dienstleistungen, die eine umfassende Patientenversorgung gewährleisten. Hier ist eine Übersicht über einige der Hauptabteilungen und -institute:

Radiologie

Hochmoderne Bildgebung für eine präzise Diagnostik und Therapieplanung mittels CT, MRT und Ultraschall.

Das Endometriumkarzinom wird meist durch vaginale Blutungen auffällig und zunächst im transvaginalen Ultraschall dargestellt. Die MRT ist Mittel der Wahl zur weiteren Untersuchung und präoperativen Beurteilung der Tumorausdehnung. Die bildgebende Diagnostik dient der Einschätzung der Tiefe der myometranen Infiltration, der Beurteilung einer möglichen Zervixbeteiligung sowie der Detektion von Lymphknotenmetastasen.

Die MRT ermöglicht eine präzise Darstellung der Gebärmutterschleimhaut und ihrer Schichten. Dabei kann das Ausmaß der Tumorinfiltration in die Gebärmuttermuskulatur (Myometrium) beurteilt werden, was für die Therapieplanung und Prognoseabschätzung entscheidend ist. Bei fortgeschrittenen Stadien kann mittels CT des Thorax und Abdomens eine Fernmetastasierung ausgeschlossen werden. Die bildgebende Diagnostik ist essentiell für die stadiengerechte Therapieplanung und trägt wesentlich zur Optimierung der operativen Strategie bei. In der Nachsorge dient die MRT dem Ausschluss eines Lokalrezidivs.

Radiologie

Anästhesie

Die Anästhesie spielt eine zentrale Rolle bei der sicheren und schonenden Durchführung von Operationen beim Endometriumkarzinom. In unserem spezialisierten Zentrum, das jährlich eine große Anzahl dieser Eingriffe durchführt, setzen wir auf modernste Narkoseverfahren, um eine optimale Patientenversorgung zu gewährleisten.

Die Operation erfolgt unter Allgemeinanästhesie, sodass die Patientin während des gesamten Eingriffs schmerzfrei und tief entspannt ist. Dabei kommen individuell abgestimmte Verfahren zum Einsatz, die eine schnelle Erholung und eine möglichst geringe Belastung für den Körper ermöglichen. Ergänzend setzen wir schonende Schmerzmanagement-Konzepte ein, um die postoperative Erholung zu unterstützen.

Dank unserer hohen Expertise und Erfahrung bieten wir höchste Sicherheitsstandards und individuelle Betreuung – von der präoperativen Vorbereitung bis zur Nachsorge. Unser Ziel ist es, unseren Patientinnen eine bestmögliche Versorgung in einem Zentrum mit exzellenter medizinischer Qualität zu bieten.

Anästhesie

Onkologie

Die Onkologie spielt eine zentrale Rolle in der ganzheitlichen Behandlung des Endometriumkarzinoms und arbeitet eng mit der Gynäkologie zusammen, um eine bestmögliche Therapie für jede Patientin zu gewährleisten. In unserem spezialisierten Zentrum, das jährlich zahlreiche Patientinnen behandelt, setzen wir auf modernste diagnostische und therapeutische Konzepte.

Nach der Operation durch die gynäkologische Chirurgie übernimmt die Onkologie die individuell abgestimmte Nachbehandlung, die je nach Befund Chemotherapie, Strahlentherapie, Immuntherapie oder innovative zielgerichtete Therapien umfassen kann. Unser interdisziplinäres Team aus erfahrenen Onkologen und Gynäkologen entwickelt für jede Patientin eine personalisierte Behandlungsstrategie auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Durch die enge Verzahnung von Chirurgie, Onkologie und weiteren Fachdisziplinen bieten wir eine umfassende, leitliniengerechte Versorgung auf höchstem Niveau – für bestmögliche Therapieergebnisse und eine optimale Betreuung während des gesamten Behandlungsverlaufs.

Onkologie

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist ein wichtiger Bestandteil der interdisziplinären Behandlung des Endometriumkarzinoms und kommt in speziellen Fällen ergänzend zur Operation und medikamentösen Therapie zum Einsatz. In unserem spezialisierten Zentrum, das jährlich zahlreiche Patientinnen behandelt, setzen wir auf modernste strahlentherapeutische Verfahren.

Je nach Tumorstadium und Risikoprofil kann eine adjuvante Strahlentherapie nach der Operation indiziert sein, um das Rezidivrisiko zu senken. Dabei kommen sowohl die vaginale Brachytherapie als auch die externe Strahlentherapie zum Einsatz. Durch hochpräzise Bestrahlungstechniken minimieren wir die Belastung für gesundes Gewebe und maximieren die therapeutische Wirkung.

Unsere enge Zusammenarbeit mit der Gynäkologie und Onkologie ermöglicht eine individuell abgestimmte Behandlung auf höchstem medizinischen Niveau. Dank unserer umfassenden Erfahrung und exzellenten technischen Ausstattung gewährleisten wir eine schonende und effektive Therapie – immer mit dem Ziel, die bestmögliche Lebensqualität für unsere Patientinnen zu erhalten.

Strahlentherapie

Physiotherapie

Die Physiotherapie spielt eine entscheidende Rolle in der ganzheitlichen Versorgung von Patientinnen mit Endometriumkarzinom. In unserem spezialisierten Zentrum, das jährlich zahlreiche Patientinnen betreut, setzen wir auf individuell abgestimmte physiotherapeutische Konzepte, um die körperliche Erholung nach der Behandlung zu unterstützen und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Nach einer Operation oder während einer Chemotherapie kann es zu Muskelschwäche, Bewegungseinschränkungen und Erschöpfung kommen. Durch gezielte Übungen hilft die Physiotherapie, die Mobilität zu fördern, die Muskulatur zu stärken und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Speziell angepasste Programme können zudem die Regeneration nach dem Eingriff beschleunigen und die körperliche Belastbarkeit verbessern.

Unser interdisziplinäres Team aus Physiotherapeuten, Gynäkologen und Onkologen arbeitet eng zusammen, um eine bestmögliche, individuelle Therapie anzubieten. Dank unserer langjährigen Erfahrung und modernen Rehabilitationsansätze begleiten wir unsere Patientinnen einfühlsam auf ihrem Weg zur Genesung.

Physiotherapie

Psychoonkologie

Die Diagnose Endometriumkarzinom stellt für Patientinnen und ihre Angehörigen eine enorme emotionale Belastung dar. In unserem spezialisierten Zentrum, das jährlich zahlreiche Patientinnen betreut, ist die psychoonkologische Begleitung ein wichtiger Bestandteil der umfassenden Versorgung.

Unsere erfahrenen Psychoonkologen unterstützen Patientinnen dabei, Ängste zu bewältigen, emotionale Stabilität zu finden und ihre Lebensqualität während und nach der Behandlung zu verbessern. Individuelle Beratungen, Gesprächsgruppen und bewährte psychotherapeutische Methoden helfen, den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern und die seelische Widerstandskraft zu stärken.

Durch die enge Zusammenarbeit mit der Gynäkologie, Onkologie und weiteren Fachdisziplinen bieten wir eine ganzheitliche Betreuung auf höchstem Niveau. Unser Ziel ist es, jeder Patientin in dieser herausfordernden Zeit zur Seite zu stehen und sie sowohl medizinisch als auch emotional bestmöglich zu unterstützen.

Psychoonkologie

Sozialdienst

Der Sozialdienst spielt eine zentrale Rolle in der Betreuung von Patientinnen mit Endometriumkarzinom. In unserem spezialisierten Zentrum unterstützen wir Patientinnen und ihre Familien bei sozialrechtlichen, finanziellen und organisatorischen Fragen rund um die Erkrankung.

Unsere Experten helfen bei der Beantragung von Reha-Maßnahmen, Pflegeleistungen und Schwerbehindertenausweisen sowie bei beruflichen und sozialen Herausforderungen. Durch enge Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten bieten wir eine umfassende Begleitung für eine bestmögliche Versorgung – über die medizinische Behandlung hinaus.

Sozialdienst

Schmerztherapie

Eine effektive Schmerztherapie ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung von Patientinnen mit Endometriumkarzinom. In unserem Kompetenzzentrum setzen wir auf moderne multimodale Ansätze, die medikamentöse, interventionelle und nicht-medikamentöse Verfahren kombinieren.

Ein besonderes Element ist das Konzept "Die bewegte Station" auf unseren gynäkologischen Stationen. Durch frühzeitige Mobilisation, physiotherapeutische Maßnahmen und gezielte Bewegungsprogramme unterstützen wir die Schmerzlinderung aktiv. Dies fördert nicht nur die Genesung nach der Operation, sondern verbessert auch das allgemeine Wohlbefinden der Patientinnen.

Unser interdisziplinäres Team aus Schmerztherapeuten, Gynäkologen und Physiotherapeuten entwickelt für jede Patientin eine individuell abgestimmte Strategie – für eine bestmögliche Schmerzreduktion und eine schnellere Rückkehr in den Alltag.

Schmerztherapie

Spezialist:innen

Unsere Spezialist:innen, die auf Endometriumkarzinom fokussiert sind, bieten eine umfassende, individuell angepasste Behandlung, die modernste diagnostische Verfahren, innovative Therapien und eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen medizinischen Disziplinen umfasst.

Jalid-Sehouli

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jalid Sehouli

Klinikdirektor

Klinische und wissenschaftliche Leitung

Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie

Facharzt-Weiterbildung Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Mustafa-Muallem

Prof. Dr. med. Dr. med. (syr) Mustafa Zelal Muallem

Leitender Oberarzt

Stellvertretender Klinikdirektor

Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie

Facharzt-Weiterbildung Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Klaus-Pietzner

Prof. Dr. med. Klaus Pietzner

Oberarzt

Leiter des Studienzentrums

Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie

Facharzt-Weiterbildung Frauenheilkunde und Geburtshilfe

tjadina-arndt

Dr. med. Tjadina Arndt

Fachärztin

Schwerpunkt: Gynäkologische Onkologie, medikamentöse Tumortherapie

Facharzt-Weiterbildung Frauenheilkunde und Geburtshilfe

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Dr. med. Malte Renz

Oberarzt

Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie

Facharzt-Weiterbildung Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Häufige Fragen

In diesem Abschnitt beantworten wir die häufigsten Fragen rund um die Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom), um Ihnen die bestmögliche Unterstützung und Orientierung während Ihrer Behandlung zu bieten.

Was sind die ersten Anzeichen von Gebärmutterkrebs?

Das wichtigste und häufigste Warnsignal für Gebärmutterkrebs ist eine untypische vaginale Blutung nach der Menopause. Jede Blutung nach den Wechseljahren, auch wenn sie nur gering ist, sollte umgehend ärztlich abgeklärt werden. Bei jüngeren Frauen können unregelmäßige oder verstärkte Blutungen, Zwischenblutungen oder ungewöhnlicher vaginaler Ausfluss Hinweise sein. In fortgeschrittenen Stadien können auch Unterbauchschmerzen oder Schmerzen beim Wasserlassen auftreten.

Wie wird Gebärmutterkrebs diagnostiziert?

Die Diagnose beginnt mit einer gynäkologischen Untersuchung und einem vaginalen Ultraschall zur Beurteilung der Gebärmutterschleimhaut. Bei Verdacht auf Gebärmutterkrebs erfolgt eine Gewebeentnahme (Endometriumbiopsie oder Ausschabung/Kürettage), die feingeweblich untersucht wird. Erst diese Gewebeprobe kann die Diagnose sichern. Bildgebende Verfahren wie MRT oder CT werden eingesetzt, um die Tumorausdehnung zu beurteilen und die optimale Therapie zu planen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Gebärmutterkrebs?

Die Standardbehandlung ist die operative Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie), oft zusammen mit den Eileitern und Eierstöcken. Bei frühen Stadien kann die Operation allein ausreichend sein. Je nach Tumorstadium und Risikofaktoren kann anschließend eine Strahlentherapie oder Chemotherapie erfolgen. Moderne Ansätze umfassen auch die Wächterlymphknoten-Technik zur Schonung gesunden Gewebes und bei fortgeschrittenen Tumoren innovative Immuntherapien mit Checkpoint-Inhibitoren.

Wie hoch sind die Heilungschancen bei Gebärmutterkrebs?

Die Heilungschancen bei Gebärmutterkrebs sind insgesamt gut. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei etwa 81%. Wird der Krebs im frühen Stadium (Stadium I) erkannt, liegen die Überlebenschancen bei über 90%. Die Prognose hängt entscheidend vom Stadium bei Diagnose, dem Tumortyp und dem Tumorgrad ab. Moderne Behandlungsmethoden und eine engmaschige Nachsorge verbessern die Langzeitergebnisse kontinuierlich.

Kann Gebärmutterkrebs in einem frühen Stadium vollständig geheilt werden?

Ja, bei früher Diagnose sind die Heilungschancen sehr gut. Wird Gebärmutterkrebs im Stadium I entdeckt und der Tumor ist auf die Gebärmutter begrenzt, kann eine Operation oft zur vollständigen Heilung führen. Über 90% der Frauen mit Gebärmutterkrebs im Frühstadium überleben mindestens fünf Jahre. Der Vorteil: Gebärmutterkrebs verursacht oft früh Symptome (vaginale Blutung), sodass er häufiger als andere gynäkologische Tumore in einem behandelbaren Stadium entdeckt wird.

Was passiert nach der Operation bei Gebärmutterkrebs?

Nach der Operation wird das entfernte Gewebe feingeweblich untersucht, um das genaue Stadium und den Tumortyp zu bestimmen. Bei frühen Stadien ohne Risikofaktoren ist oft keine weitere Behandlung nötig. Bei höheren Stadien oder Risikofaktoren kann eine Strahlentherapie (oft vaginal oder im Beckenbereich) oder Chemotherapie folgen. Die Genesungszeit beträgt etwa 4-6 Wochen. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig, um einen möglichen Rückfall frühzeitig zu erkennen.

Welche Nebenwirkungen können bei der Behandlung auftreten?

Nach der Operation können Schmerzen, vorübergehende Bewegungseinschränkungen und Müdigkeit auftreten. Bei einer Strahlentherapie im Beckenbereich sind Durchfall, Blasenreizung und Hautreaktionen möglich. Falls eine Chemotherapie nötig ist, können Übelkeit, Haarausfall, Müdigkeit und erhöhte Infektanfälligkeit auftreten. Moderne Schmerztherapie, Physiotherapie und unterstützende Medikamente helfen, diese Beschwerden deutlich zu lindern. Die meisten Nebenwirkungen klingen nach Abschluss der Behandlung ab.

Was kann ich tun, um meine Lebensqualität während der Behandlung zu verbessern?

Prähabilitation vor der Operation (körperliches Training, Ernährungsoptimierung, Atemtherapie) kann die Erholung beschleunigen. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige leichte Bewegung und ausreichend Ruhe unterstützen den Heilungsprozess. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können Stress reduzieren. Psychoonkologische Unterstützung hilft, mit Ängsten und emotionalen Belastungen umzugehen. Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen gibt emotionalen Halt.

Wie lange dauert die Behandlung und wie sieht der Heilungsprozess aus?

Die Behandlungsdauer hängt vom Stadium ab. Bei frühen Stadien kann die Operation allein ausreichen (4-6 Wochen Erholung). Wenn anschließend eine Strahlentherapie nötig ist, dauert diese meist 5-6 Wochen. Eine Chemotherapie erstreckt sich über mehrere Monate mit mehreren Zyklen. Die vollständige Erholung kann 3-6 Monate dauern. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen (anfangs alle 3 Monate, später halbjährlich) sind wichtig, um den Heilungsverlauf zu überwachen.

Wie wichtig ist die Nachsorge nach der Behandlung?

Die Nachsorge ist essentiell und geht über die reine Rückfallkontrolle hinaus. Sie umfasst die Behandlung von Spätfolgen der Therapie (z.B. Lymphödeme, Polyneuropathie), psychische Unterstützung bei Ängsten vor einem Rückfall, Beratung zu Sexualität und Partnerschaft sowie allgemeine Gesundheitsvorsorge (z.B. Darmkrebsvorsorge). Moderne Nachsorge bedeutet „Fürsorge" – es geht nicht nur um Lebenslänge, sondern auch um Lebensqualität. Regelmäßige Kontrollen ermöglichen die frühzeitige Erkennung von Problemen.

Muss ich einen Termin vereinbaren?

Für einen Beratungstermin bitten wir Sie einen Termin über die Terminvereinbarung auszumachen. Wir bieten Ihnen gerne unsere klinische und wissenschaftliche Expertise an und würden uns freuen, Sie in unserem spezialisierten Zentrum für gynäkologische Onkologie begrüßen zu dürfen. Unsere Akutsprechstunde für Frauen mit gynäkologischen Tumoren als Erstkontaktzugang bietet Ihnen von 8:00 bis 15:00 Uhr am CVK eine schnelle und spezialisierte Beratung. Unser erfahrenes, interdisziplinäres Team steht Ihnen kurzfristig zur Seite, um dringende Anliegen zu klären und die nächsten Schritte individuell zu besprechen. Sie brauchen keinen Termin zu vereinbaren. Bitte melden Sie sich vor Ort im CVK in der Anmeldung in der Mittelallee 9 im Erdgeschoss.

Welche Unterlagen sollte ich zur Sprechstunde mitbringen?

Bitte bringen Sie zum Termin folgende Unterlagen mit:

  • Überweisung von Ihrem Frauenarzt
  • Krankenkassenkarte
  • Personalausweis
  • vorhandene Befunde (Ultraschall, Gewebeprobe, Laborwerte, feingewebliche Untersuchung usw.), bitte möglichst auf digitalem Datenträger
  • Allergiepass, Herzpass, Blutgruppenausweis, Notfallausweis usw.
  • Arztbriefe (bitte möglichst auf digitalem Datenträger)
  • Liste der aktuell eingenommenen Medikamente bzw. Bundesmedikationsplan

Patientinnenstimmen

Die Erfahrungen unserer Patientinnen sind uns besonders wichtig. Hier teilen einige von ihnen ihre persönlichen Geschichten und Eindrücke von der Behandlung im Kompetenzzentrum Endometriumkarzinom der Charité Universitätsmedizin Berlin.

testimonial

Sarah Goodman

Endometriumkarzinom

Die Vorbereitung vor meiner Operation durch Physiotherapie und Ernährungsberatung hat mich körperlich und mental gestärkt. Ich fühlte mich nicht hilflos ausgeliefert, sondern konnte aktiv etwas für meine Genesung tun. Das Team hat mir in jeder Phase mit großer Empathie zur Seite gestanden.

testimonial

Sarah Müller

Borderline Tumor

Dank der schonenden Operationstechnik konnte ich mich schneller erholen als befürchtet. Die Ärzte haben mir genau erklärt, warum nicht alle Lymphknoten entfernt werden müssen. Heute habe ich keine Einschränkungen mehr und bin unendlich dankbar für diese präzise Behandlung.

testimonial

Anna Winkelmann

Endometriumkarzinom Rezidiv

Was mich besonders beeindruckt hat, war die ganzheitliche Betreuung. Es ging nicht nur um die medizinische Behandlung, sondern auch um meine Ängste und Sorgen. Die psychoonkologische Unterstützung hat mir geholfen, wieder Lebensfreude zu finden und positiv in die Zukunft zu blicken.

testimonial

Maria Berlin

Endometriumkarzinom

Nach der Diagnose war ich verzweifelt. Doch hier fand ich nicht nur exzellente Medizin, sondern auch echtes Mitgefühl. Jede Frage wurde beantwortet, jede Sorge ernst genommen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit hat mir das Gefühl gegeben, in den besten Händen zu sein.

testimonial

Carina Lüdtke

Studienteilnehmerin

Kompetenz, Innovation und Menschlichkeit – das zeichnet dieses Team aus. Von der Diagnose bis zur Nachsorge wurde ich nie allein gelassen. Die moderne Behandlung hat mir nicht nur geholfen zu überleben, sondern wieder richtig zu leben.

Standort

Klinik für Gynäkologie mit Department für onkologische Chirurgie, Campus Virchow-Klinikum

Adresse

Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin

Am Campus: Mittelallee 9

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